Ablauf des anwaltlichen Inkasso-Verfahrens

Die Gangart Ihres Inkassos orientiert sich auch an Ihren betrieblichen Bedürfnissen und Vorgaben. Nachdem Sie uns beauftragt und sämtliche relevante Daten geschickt haben, leiten wir unverzüglich das Inkasso-Verfahren für Sie ein. Der Ablauf gliedert sich in drei Phasen: 1. Vorgerichtliches Inkasso, 2. Gerichtliches (Mahn-) Verfahren, 3. Zwangsvollstreckung. Jede dieser Phasen kann bereits zum Erfolg führen.

Vorgerichtliches Inkasso:
Wir mahnen in Ihrem Auftrag den Schuldner zunächst
Opens internal link in current windowaußergerichtlich und fordern ihn unter Fristsetzung zur Zahlung auf. Viele Schuldner lenken ein, wenn sie eine anwaltliche Zahlungsaufforderung erhalten haben. Und auch „notorischen“ Schuldnern wird unmissverständlich klar, dass der Spielraum ausgereizt ist: Nehmen sie diese Aufforderung auch nicht ernst, kann bald tituliert werden – weitere Konsequenzen wären unausweichlich.

Gerichtliches (Mahn-) Verfahren:
Erfolgt seitens des Schuldners weiter keine Reaktion, leiten wir für Sie das gerichtliche Mahnverfahren ein. Legt der Schuldner nicht innerhalb von 14 Tagen ab Zustellung des Mahnbescheides Widerspruch ein, wird sofort ein Vollstreckungsbescheid beantragt. Dieser wird rechtskräftig, wenn der Schuldner nicht innerhalb von weiteren 14 Tagen Einspruch gegen diesen einlegt. Ein Vollstreckungsbescheid hat die gleichen Wirkungen wie ein gerichtliches Urteil. Eilt die Angelegenheit, weil z. B. der Eintritt einer Insolvenz befürchtet wird, kann auch bereits aus dem noch nicht rechtskräftigen Vollstreckungsbescheid die Zwangsvollstreckung betrieben werden.

Das Mahnverfahren ist für Gläubiger der günstigste und schnellste Weg, einen Vollstreckungstitel zu erhalten, wenn sich der Schuldner nicht zur Wehr setzt. Steht dies zu befürchten, ist es häufig sinnvoller, sofort ein Klageverfahren einzuleiten. Dies muss im Einzelfall bewertet und entschieden werden.

Legt der Schuldner Einspruch oder Widerspruch ein, so ist außer wenigen Wochen an Zeit nichts verloren, da für diesen Fall bereits im Mahnbescheidsantrag die Abgabe der Angelegenheit an das zuständige Streitgericht beantragt wird. Von diesem erhält man dann die Aufforderung, den geltend gemachten Anspruch zu begründen. Danach läuft das Verfahren weiter wie ein normales Klageverfahren.

Zwangsvollstreckung:
Nach Vorliegen eines Vollstreckungstitels leiten wir für Sie umgehend Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen den Schuldner ein. Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gibt es viele wie z. B. Sachpfändung durch Gerichtsvollzieher, Lohnpfändung oder Kontopfändung, Zwangsvollstreckung in Immobilien oder Pfändung von Forderungen. Welche Maßnahme am schnellsten zum Erfolg führen kann, hängt vom Einzelfall ab. Auch diesbezüglich beraten wir Sie natürlich gerne.

Kommt eine Zwangsvollstreckung aktuell nicht in Frage – z. B. weil die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners bereits feststeht – kann eine Zwangsvollstreckungsmaßnahme auch später erfolgen. Mit einem rechtskräftigen Vollstreckungsbescheid oder Urteil kann 30 Jahre vollstreckt werden. Es ist ja nicht auszuschließen, dass der Schuldner innerhalb dieses Zeitraums wieder liquide wird, z. B. durch eine Erbschaft. Dann kann er sofort in die Pflicht genommen werden.

Wir informieren Sie gerne über den möglichen Ablauf Ihres Falles und entstehende Kosten. Scheuen Sie sich nicht zu fragen.